04.12.2011

ich liess meinen engel lange nicht los

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ich liess meinen engel lange nicht los,
und er verarmte mir in den armen
und wurde klein, und ich wurde gross:
und auf einmal war ich das erbarmen,
und er eine zitternde bitte bloss.

da hab ich ihm seine himmel gegeben, -
und er liess mir das nahe, daraus er entschwand;
er lernte das schweben, ich lernte das leben,
und wir haben langsam einander erkannt...


rainer maria rilke
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3 Kommentare:

tabea hat gesagt…

immer wieder eines meine liebsten rilke-gedichte ...

((( )))
tabea

Bess hat gesagt…

Schön zum zweiten Advent!
Bess

seelenruhig hat gesagt…

Ja, so muss es sein! Danke für das Gedicht - ist schon so lange her, dass ich es gelesen hab.
Grüße von Ellen