13.02.2012

episode II

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sonntage mit ausfahrten zur trauerweide
auf dem rücksitz radierten die gedanken
jedes hässliche gebäude aus der landschaft
daneben die schwestern und rudolf schock
mit inbrunst endlos diese eine passage
laut und voll von vorn die zweite stimme

am hafen gab es nussgipfel im schatten
oder glacé mit schirmchen & silberlöffel
für die kleinste ein orangina mit röhrli
die stühle zeichneten muster auf die beine
die schiffskarten waren zu teuer und
immer dieses taschentuch mit spucke

wir liessen steine springen beim bootshaus
später jagten sich streifenfische im schwarm
bis das wasser kochte vor unseren füssen
in lackschuhen und weissen strümpfen
wir 3 mit zusammengekniffenen augen
der schmale vater hinter dem fotoapparat


marianne rieter
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4 Kommentare:

Bess hat gesagt…

Dem folge ich gern. Vieles habe ich auch so erlebt. Ein Wochenende für die Familie durfte, einschließlich Trambahnfahrt, nicht mehr als 5 Mark kosten. Und dies unsägliche Taschentuch mit Spucke, das im Gesicht herumrieb. Dafür das Glück der Limonade, Ausnahmegetränk.

Erinnernde Grüße
Bess

Quer hat gesagt…

Das gefällt mir auch - sehr!
Liebe Grüsse,
Brigitte

Gerhard hat gesagt…

Hallo Marianne, ich kannte dieses schöne Gedicht schon aus deinem Heftchen "Fortsetzung folgt". Durch den Kommentar von Bess weiss ich nun aber endlich auch was es mit dem Taschentuch und Spucke auf sich hat :-))
Gerhard

Jorge D.R. hat gesagt…

Das Taschentuch und Spucke habe ich wie die Pest gehasst ...

Liebe Grüsse
Jorge D.R.